Richtig heizen – 11 Heiz-Tipps für mehr Nachhaltigkeit

Schlau heizen sorgt für gutes Klima
Schlau heizen sorgt für gutes Klima © SolStock, gettyimages

Du willst Energie sparen? Dann solltest du vor allem beim Heizen anfangen. Mit unseren Tipps für nachhaltiges Heizen kannst du deinen Energieverbrauch ganz einfach senken.

Rund 60 Prozent des CO2-Ausstoßes entfallen aufs Heizen! Das heißt: Wenn du richtig heizt, kannst du klimafreundlicher leben. Hier kommen 11 Tipps für nachhaltiges Heizen.

Heiz-Tipp 1: Jeden Raum bewusst heizen

Eins vorweg: Richtig heizen heißt nicht, dass du frieren musst. Es bedeutet lediglich, dass du bewusster mit der Heizung umgehst. Denn nicht jeder Raum braucht die gleiche Temperatur.

Das sind die optimalen Raumtemperaturen: 

  • Im Wohnzimmer sind etwa 20 Grad optimal.
  • Im Bad können es gerne auch 22 Grad sein. 
  • In der Küche geben Herd und Ofen Wärme ab, da reichen meist 18 Grad.
  • Im Schlafzimmer gelten 17 bis 18 Grad als gute Raumtemperatur zum Schlafen. 

Diese Angaben sind jedoch nur Richtwerte, du musst sie nicht genau einhalten. Wichtig ist nur: Jedes Grad weniger spart bereits Heizenergie. Es gibt Schätzungen, nach denen pro Grad sogar 6 Prozent Energie eingespart werden können.

Heiz-Tipp 2: Nicht zu früh heizen

Im Oktober geht die Heizung an, im April wieder aus – früher war dies meist die Regel. Heute gibt es kaum noch feste Heiz-Perioden, stattdessen solltest du auf die Außentemperatur achten. Ist der Herbst mild, kann die Heizung ausbleiben. Auch Ende April ist es oft schon warm genug, um die Heizung wieder auszustellen. Denn: Jeder Tag ohne Heizung ist ein Plus an nicht verbrauchter Energie.

Heiz-Tipp 3: Vorhänge halten Wärme drinnen

Energie sparen kann ganz einfach sein – zum Beispiel indem du nachts die Rollläden schließt. So kann der Wärmeverlust durch das Fenster um rund 20 Prozent verringert werden. Durch geschlossene Vorhänge wird der Effekt noch verstärkt.

Aber: Undichte Fenster machen den Spareffekt zunichte. So kann nämlich Wärme durch poröse Dichtungen an Fenstern und Türen entweichen. Du kannst die Spalten zum Beispiel mit Gummidichtungsband auffüllen. 

Heiz-Tipp 4: Nicht kippen – richtig lüften!

Du kippst Ihre Fenster, weil du Frischluft willst? Im Sommer ist das okay, im Winter jedoch verbrauchst du dadurch deutlich mehr Energie. Warum? Durch das Dauerlüften sinkt natürlich die Raumtemperatur, du heizt automatisch mehr. Richtig heizen und lüften im Winter heißt daher: Lüfte deine Wohnung mehrmals täglich mit komplett offenen Fenstern für etwa 5 Minuten

Dadurch beugst du auch der Schimmelbildung vor. Schimmel entsteht durch Luftfeuchtigkeit und die treiben wir oft ganz ungewollt nach oben – durch den Wasserdampf, der beim Duschen, Waschen, Kochen und sogar beim Atmen und Schwitzen entsteht. Bis 60 Prozent Luftfeuchtigkeit sind dabei die Obergrenze. Ist die Luftfeuchtigkeit bei dir zuhause höher, steigt auch das Schimmelrisiko. 

Heiz-Tipp 5: Thermostatventil richtig nutzen

Ein Thermostatventil hilft beim effizienten Heizen, denn es hält die Temperatur im Raum konstant. Das heißt auch: Es senkt die Wärmezufuhr, wenn zum Beispiel gerade die Mittagssonne den Raum aufwärmt. Bei dem Thermostatventil entspricht Stufe 3 etwa 20 Grad Celsius. 

Wichtig: Ein Raumthermostat funktioniert nicht wie ein Wasserhahn. Heißt: Volle Power aufdrehen bedeutet nicht, dass mehr Wärme fließt. Tatsächlich wird die Wärmezufuhr über einen Temperaturfühler gesteuert. 

Natürlich gilt hier: Je genauer ein Thermostatventil die Raumtemperatur halten kann, desto geringer ist der Energieverbrauch. Laut Umweltbundesamt köannst du mit modernen Thermostatventilen bis zu 8 Prozent Heizenergie sparen. Es gibt auch programmierbare Thermostatventile, mit denen du die Zeit vorgeben kannst, in der die Räume geheizt werden sollen – so kannst du sogar bis zu 10 Prozent Heizenergie sparen. 

Heiz-Tipp 6: Heizkörper nicht verdecken

Okay, einen Schönheitspreis gewinnen die meisten Heizkörper nicht. Trotzdem solltest du darauf achten, dass deine Heizkörper nicht – zum Beispiel von Gardinen oder Möbeln – verdeckt werden. Sind sie versteckt, kann sich die Wärme nämlich nicht so gut im Raum verteilen. Die Folge: Deine Heizung muss mehr arbeiten als notwendig. Das wird nicht nur teurer, du verbrauchst dadurch auch mehr Energie.

Heiz-Tipp 7: Kuscheljacke hilft beim Energiesparen

Im Winter müssen wir nicht in Sommerkleidung durch die Wohnung tanzen. Statt die Heizung auf volle Power zu drehen, solltest du lieber die passende Kleidung wählen. Vor allem die Füße solltest du warmhalten, da kalte Füße uns leichter frieren lassen. Also: Kuschelige Wollsocken und warme Pullis anziehen. Auch ein Halstuch sorgt übrigens für Wärme. 

Damit sparst du übrigens nicht nur Heizenergie: Auf Dauer bleibst du so auch gesünder, wenn du richtig heizt und nicht ständig in überheizten Räumen bist.

Heiz-Tipp 8: Nicht jeden Raum heizen

Wenn du Räume hast, die du kaum nutzt, kannst du dort getrost die Heizung ausstellen. Aber Vorsicht: Unter 17 Grad sollte die Temperatur auch in ungenutzten Zimmern nicht sinken, sonst steigt die Schimmelgefahr!

Heiz-Tipp 9: Wohnung nicht auskühlen lassen

Wenn du tagsüber nicht zuhause bist, musst du deine Wohnung natürlich nicht auf Kuschelwärme heizen. Aber: Wenn du die Heizung komplett ausstellst, kann die Temperatur zu stark fallen, sodass sogar die Fassade auskühlen. Kommst du dann zurück, muss die Heizung umso mehr arbeiten, damit es wieder schön warm wird. 

Besser: Nutze grundsätzlich die 5-Grad-Regel. Wenn du abends ins Bett gehst, kannst du deine Wohnzimmer über Nacht um eben diese 5 Grad, zum Beispiel von 21 Grad auf 16 Grad, abkühlen lassen. Morgens kann dann die Tagestemperatur ohne erhöhten Heizaufwand erreicht werden.

Heiz-Tipp 10: Heizung rechtzeitig runter drehen

Wenn du abends ins Bett gehst, drehst du die Heizung runter oder ganz aus? Super! Nur: Die Heizung powert nach, sie heizt also noch eine Weile weiter, obwohl du die Wärme gar nicht mehr brauchst. Deshalb: Drehe die Heizung einfach 1 Stunde vor dem Zubettgehen schon mal runter – auch das spart, über den gesamten Winter gesehen, deutlich Energie.

Heiz-Tipp 11: Mit der Fußbodenheizung richtig heizen

Fußbodenheizungen sind langsamer also „normale“ Heizungen. Deshalb: Schalte die Fußbodenheizung in der Nacht nicht vollständig aus. Besser ist der Ruhemodus, da die Fußbodenheizung so am nächsten Morgen schneller wieder aufheizt. Wenn du deine Fußbodenheizung hingegen jeden Abend komplett ausschalten, müssen die Räume jeden Morgen neu erwärmt werden. Das kostet viel Energie – und damit auch Geld.

geschrieben von
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